Das sind die Glace-Trends 2021

25. März 2021

Corona hat die Welt auf den Kopf gestellt. Das gilt ganz besonders für die Gastronomie. Doch die Pandemie hat auch ihre guten Seiten: Weil Ideen und Kreativität in der Krise erst recht gefragt sind, wird die Welt der Glace noch vielseitiger – und nachhaltiger.

Die Menschen sind heiss verliebt in Glace. Kaum jemand kann sich ein Leben ohne eiskalte Verführungen vorstellen. Doch seit Corona ist die Welt nicht mehr dieselbe – und darum hat sich das «Glace-Verhalten» gezwungenermassen verändert.

Mehr Konsum daheim – auf Kosten der Gastronomie

Laut Schätzungen von Glacesuisse, dem Verband Schweizerischer Glaceproduzenten, wurden vergangenes Jahr in der Schweiz fast 60 Millionen Liter Speiseeis konsumiert, gut 44 Millionen Liter davon waren industriell hergestellt worden. Bei letzterer Kategorie bedeutet das eine Steigerung von zwei Prozent gegenüber 2019. Doch nun kommt das grosse Aber: Die Pandemie hat die Gastronomie kalt erwischt, was sich natürlich auch in den Glace-Zahlen niederschlägt. Der Absatz des Grossverbrauchssektors schmolz um 24 Prozent.

Der grosse Verlierer auf dem Glace-Markt ist die Gastronomie, wo der Absatz um fast ein Viertel eingebrochen ist …

Herr und Frau Schweizer wollen trotz Pandemie nicht auf den kalten Genuss verzichten. Sie lutschen einfach zu Hause, was Stängeli, Blöcke und Bidons hergeben. 2020 stieg der Heimkonsum darum um satte 14 Prozent. Wegen der geschlossenen Restaurants ging der Trend zudem zu Take-Away-Geschäft und Heimlieferung.

Glace ist Mood Food

Die Menschen möchten sich die Katastrophe versüssen, denn Glace ist ja schliesslich auch Mood Food. Internationale Fachleute machen einen interessanten Trend aus: In Krisenzeiten sehnen sich viele nach Trost. Und diesen finden sie unter anderem in den guten alten Zeiten beziehungsweise in Esswaren und Aromen, die sie an ihre Kindheit erinnern. Das können Glaces wie anno dazumal sein, häufig allerdings mit einem modernen Twist versehen. Eine Portion Glace gepaart mit einer Portion Nostalgie sollen also wieder glücklich machen.

… während der private Konsum im selben Zeitraum um fast 15 Prozent zugenommen hat (Bilder: I Gelati).

Weil man im Moment kaum Abenteuer erleben kann, soll dem Trend zufolge das Essen zum Abenteuer werden. Texturen sowie überraschende Kombinationen spielen dabei eine zentrale Rolle. Gerne kommen auch «artfremde» Aromen wie Mais, Blue Cheese oder Fois Gras zum Einsatz.

Etwas weniger verrückt – aber dennoch sehr innovativ – geht es in der Schweiz zu. Ein paar Neuheiten der befragten Glace-Hersteller:

Cuckoo Vanille Barrique mit frisch gerösteten Mandeln oder Nüssen

Mister Cool 11 Aromen im Kartonbecher mit einem Holzlöffel im Deckel, zu 100% kompostierbare Gelato-Box für den Take-Away oder die Heimlieferung

Kalte Lust Popcorn-Karamell-Fleur-de-Sel, Himbeer-Estragon, Globine-Kinderglace

I Gelati Crème de Gruyère, drei Becher (Sorbet Citron, Stracciatella, Chocolat Suisse), Megastar Orange Dark

Emmi Pierrot- & Globi-Glace im nachhaltigen Kartonbecher, Barrrista-Genuss mit Emmi Caffè Latte Ice Cream, vegane Dessert-Alternativen von beleaf

Doch nicht nur, was in der Glace steckt, sondern auch, was sich darum herum befindet, muss stimmen. Umweltfreundliche Verpackungen werden bei allen Herstellern immer wichtiger, genauso wie eine möglichst nachhaltige Eiscreme-Produktion.

Nachhaltigkeit und Gesundheit sind Trumpf

Die Corona-Pandemie hat nicht nur das Bedürfnis nach einem nachhaltigeren Lebensstil gestärkt, sondern darüber hinaus das Bewusstsein für einen gesünderen Lebensstil geschärft. Sorten mit einem gesundheitlichen Zusatznutzen stehen daher hoch im Kurs, ebenso wie vegane, laktosefreie, zucker- und kalorienreduzierte Varianten.

Moderne Glace soll also gut für die Umwelt sein, gut für die Gesundheit, gut aussehen, gut schmecken – und erst noch Herz und Seele gut tun.

Weitere Informationen unter

cuckoo.ch
mistercool.ch
kaltelust.com
igelati.ch
emmi-food-service.ch

Text: Susanne Stettler
Bilder: zVg

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