Spiel mit dem Feuer
Fleisch vom Grill ist in der Gastronomie ein Dauerbrenner. Und für Vizeweltmeisterin Jessica Maggetti nicht zuletzt auch eine Frage des Fingerspitzengefühls.
Geduld, Präzision und Teamgeist: Das brauchen Jessica Maggetti und ihre Mitstreiterinnen, wenn sie als Swiss Fire Devils ins Rennen gehen. Ihre Disziplin? Grillieren! Als einziges Schweizer Frauenteam in dieser Disziplin fahren Maggetti und Co. seit 2022 beachtliche Erfolge ein, brutzeln sich in den einschlägigen Contests verlässlich aufs Podest. Anfang Mai gewannen sie die Schweizer Meisterschaft, letztes Jahr reichte es an der WM sogar für den Vizetitel in der Kategorie «Rind mit Beilage».
«Wenn auf dem Rost die Glut flackert, sich Rauch und Aromen verbinden, bin ich im Element», schwärmt Maggetti. Sie ist fasziniert von der Herausforderung, mag das Spiel mit der Hitze. «Man kann sehr kreativ sein, braucht dafür aber ein gewisses Fingerspitzengefühl.» Ihre Passion kommt nicht von ungefähr: Die gelernte Köchin verantwortete bis 2023 das Konzept im Zürcher Restaurant Enja, spezialisiert auf Speisen vom offenen Feuer. Inzwischen steht die 42-Jährige als Lebensmittelkontrolleurin im Einsatz und frönt dem Grillplausch im Wettkampfmodus. Zur Einordnung: Gemeinsam mit ihrer Partnerin Luana Maggetti, ebenfalls Teil der Swiss Fire Devils, hält sie daheim nicht weniger als neun Grills in Schuss.
Mit Blick auf die Gastronomie sieht Maggetti einen klaren Trend: «Inzwischen steht in so vielen Küchen ein kleiner Grill, das ist fast schon inflationär.» Sie ortet bezüglich Know-how aber Luft nach oben. Deshalb liefert sie sieben Anregungen zum Thema – vom Profi für Profis.
Qualität ist Trumpf
«Es muss nicht immer Filet sein – ein Flanksteak oder ein Stück von der alten Kuh machen sich auf dem Grill grossartig. Aber: Die Qualität ist entscheidend! Grundsätzlich sollte das Fleisch gut abgehangen und nicht zu fettig sein. Ausserdem rate ich von gefrorener Ware ab: Sie wird auf dem Grill schnell trocken. Ausnahme: Poulet und Bratwürste lassen sich bestens direkt aus dem Tiefkühler auf den Rost schmeissen.»


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Im aktuellen marmite professional lesen Sie, wie die Vizeweltmeisterin mit indirekter Hitze arbeitet, warum Rauch nicht gleich Rauch ist – und wie Fleisch mit Rubs, Kräutern und Marinaden perfekt in Szene gesetzt wird.
marmite professional 2/2025
Text: Sarah Kohler
Fotos: Stefan Kaiser
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