«Immer ein Zusammenspiel»
Neuheiten sind in der Küchentechnik an der Tagesordnung. Was aber ist echte Innovation? Und wie etabliert man sie am Markt? Patrik Wiget und Alex Freiburghaus über Rezepte, Regionalität und Robotik.
Innovation: ein grosses Wort – und ein Schlagwort, das sich die Firma Unox explizit auf die Fahne schreibt. Was steckt dahinter?
Patrik Wiget (PW): Tatsächlich gehört es zu unserer Firmenphilosophie, alle zwölf Monate ein neues Gerät zu lancieren. Und damit ist nicht einfach eines mit einer neuen Steuerung gemeint, sondern wirklich eine echte Entwicklung.

Zum Beispiel?
PW: Der Evereo, unser heisser Kühlschrank. Mit ihm revolutionieren wir den Cook-and-Chill-Prozess, indem er gekochte Speisen nicht mehr kalt, sondern eben warm – bei 62 Grad – lagert. Das ist für mich eine echte Innovation; etwas, das es so vorher nicht gab. Wobei alle unsere Neuheiten vom Markt inspiriert sind.
Was heisst das?
PW: Wir holen uns Inputs aus der Branche, klären aktiv, welche Bedürfnisse vorhanden sind. Es ergibt keinen Sinn, Neues am Markt vorbei zu lancieren.
Und wie lässt sich Innovation aus der Perspektive des Handels definieren?
Alex Freiburghaus (AF): Für mich schon auch als etwas, das Bestehendes optimiert – sei das eine vereinfachte Steuerung oder ein Feature wie das Opticooking: Da funktioniert der Kombidämpfer zwar wie gehabt, verfügt aber eben über eine Kamera, die erkennt, welche Produkte in den Ofen geschoben werden, und das Gerät startet automatisch das richtige Programm. Oder, um beim Beispiel des Evereo zu bleiben: Eine Innovation kann sich auch für etwas anderes als den primären Anwendungszweck etablieren.

Das müssen Sie erklären.
AF: Es ist gut möglich, dass der Evereo zunächst nicht für die revolutionäre warme Lagerung zum Einsatz kommt, sondern dass man damit weiterhin Cook-and-Chill praktiziert – aber davon profitiert, dass man die Speisen direkt in den Schalen vakuumieren kann, statt sie in Beutel abzufüllen. Das spart Plastik ein und vereinfacht das Handling. Auch über einen solchen Umweg kann sich eine Innovation nach und nach im Alltag etablieren.
PW: Wir als Produzent und Anbieter zeigen einfach, was ein Gerät alles kann. Danach geht es in erster Linie aber darum, was die Profis vor Ort konkret brauchen und wollen.
Bei Einführungen und Schulungen erhalten wir dazu wertvolle Rückmeldungen: aus der Praxis zurück in die Theorie. Innovation ist immer ein Zusammenspiel.
Apropos Zusammenspiel: Welche Rolle für die beiden Experten Chatbots und Roboter, aber auch Messeformate und vor allem der Mensch höchstpersönlich bei der Vermarktung von Küchengeräten spielen, lesen Sie im weiteren Verlauf des grossen Küchentechnik-Interviews in unserer aktuellen Ausgabe von marmite professional zum Thema Digitales und Technik.
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