Die mondäne Welt der Private Chefs

4. Juni 2026

Sie reisen im Businessjet, kochen auf Privatinseln, schätzen die flexible Arbeitszeit und die Emotionen, die sie an privaten Feiern erleben dürfen. Fünf Köchinnen und Köche erzählen von ihrer Arbeit in Privatküchen.

Köche, die freiberuflich arbeiteten, nannte man früher Störköche. Heute hat sich die englische Bezeichnung Private Chef durchgesetzt. So exklusiv der Titel klingt, so erstrebenswert erachten ihn immer mehr Leute. Was treibt sie an? Was fasziniert sie an dieser Art des Kochens?

Ralph Schelling: Keine Frühstückseier

Zu Beginn seiner Kochkarriere wirbelte Ralph Schelling einmal durch die Sterneküche: Das Handwerk lernte er bei Horst Petermann, kochte später bei Andreas Caminada und war Ferran Adriàs letzter Schüler im El Bulli.

Das war 2009. Wenig später machte sich Schelling, der aus seinem Alter ein Geheimnis macht, selbstständig. Den Sterne-Background erachtet er als wichtig für seine Tätigkeit als Private Chef: «Ich vergleiche es gerne mit einem Piloten, der in der Luft den Autopiloten einschalten kann. Aber zum Starten und Landen, da fliegt er selbst», sagt Schelling. Sprich: In den entscheidenden Momenten muss man abliefern können.

Schelling realisiert heute auf der ganzen Welt exklusive Caterings, für die er mit ausgewählten Produzenten zusammenarbeitet. So hat er einen Zulieferer, der ihm handbestickte Servietten anfertigt, oder einen Papierdrucker auf Sizilien, der mit historischen Maschinen Menükarten druckt. Daneben arbeitet er für Stammkunden als Private Chef und ist kulinarischer Berater eines Ressorts auf einer Privatinsel in Antigua und Barbuda.

Gekocht hat er schon rund um den Globus, in den Winter-Hotspots Aspen, Niseko oder Gstaad ebenso wie im Sommer auf zahlreichen griechischen Inseln, Korsika oder in Malibu. «Aber die meisten Aufträge habe ich immer noch in der Schweiz», sagt Schelling.

Wenn er in Privathaushalten kocht, dann stets ganze Menüs. «Jemandem jeden Morgen zum Frühstück Eier kochen, das mache ich nicht», hält er fest, «da können die Leute noch so nett sein.» Schelling lässt sich gerne von der lokalen Kulinarik inspirieren, wird auch regelmässig in Italien engagiert, wo man von ihm authentische Küche wünscht. «Meine Erfahrung ist: Je wichtiger jemand ist (…)

Wie lebt und arbeitet man als Private Chefin oder Chef? Vier weitere Köchinnen und Köche, unter ihnen ein ehemaliger marmite youngster, erzählen im neusten marmite professional 2/2026 von Luxus, Reisen, improvisierten Küchen, exklusiven Klienten und der Faszination eines Berufs, der kaum abwechslungsreicher sein könnte.

Text: Emil Bischofberger

Bilder: ZVG

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