Der Mensch macht den Unterschied
In vielen Gastronomiebetrieben wächst das Interesse an KI, also künstlicher Intelligenz. Der Einstieg ins Thema jedoch fällt vielen schwer. Warum ist das so?
KI kann im Gastgewerbe deutlich mehr, als viele denken: Sie hilft zum Beispiel dabei, die Lagerbestände zu optimieren, die Kommunikation mit den Gästen zu verbessern oder Social-Media- und Marketing-Texte zu erstellen. Zudem unterstützt künstliche Intelligenz das Personalmanagement und ermöglicht datengestützte Entscheidungen – von der Optimierung der Menükarten bis hin zur Prognose der Gästezahlen. Trotzdem zögern viele Betriebe, sich vertieft mit dem Thema auseinanderzusetzen. Oft hört man: «Unsere Infrastruktur ist dafür nicht geeignet.» In der Praxis zeigt sich allerdings: Für den KI-Start genügen in der Regel ein stabiles WLAN, ein Computer mit einem aktuellen Betriebssystem und ein klares Ziel. Die eigentliche Hürde ist oft im Kopf: Skepsis, Unsicherheit und Überforderung sind weit verbreitet. Wer diese mentalen Barrieren überwindet, kann bereits mit einfachen Anwendungen spürbare Vorteile im Betriebsalltag erzielen.

Wer künstlicher Intelligenz gegenüber noch skeptisch ist, sollte am besten mit einem kleinen Projekt erste Erfahrungen sammeln, statt gleich ein Mammutprojekt zu starten. Besonders geeignet sind Anwendungen, die mit wenig Aufwand verbunden sind, aber einen klaren Nutzen bieten. Ein KI-Chatbot, der den Service bei der Beschreibung von Gerichten unterstützt, oder ein Tool zur Dienstplanerstellung sind ideale Startpunkte. Das Ziel besteht darin, zu Beginn Erfahrungen mit künstlicher Intelligenz zu sammeln – und gemeinsam zu lernen. Die ersten Schritte helfen, Berührungsängste abzubauen und die Vorteile der Technologie im Alltag zu erleben.
Haltung wichtiger als Hardware
Grundsätzlich hängt der Erfolg eines KI-Projekts weniger von der Technik ab als vielmehr von den Menschen, die sie nutzen. Die Haltung der Akteurinnen und Akteure – von der Küchenbrigade bis zum Servicepersonal – ist von entscheidender Bedeutung. Dabei gilt: Wer offen für Neues ist und die Chancen von künstlicher Intelligenz erkennt, wird diese eher akzeptieren. Studien zeigen, dass Personen, die KI in ihrem Privatleben nutzen, auch im Beruf aufgeschlossener dafür sind. In der Gastronomie gibt es trotzdem häufig Bedenken: Viele Mitarbeitende fürchten, durch künstliche Intelligenz ersetzt zu werden, oder sehen ihre Arbeit durch diese abgewertet. Hier ist transparente Kommunikation gefragt: KI soll Personal entlasten und nicht ersetzen, und sie verändert zwar Aufgaben, ersetzt den Menschen dadurch aber nicht. Führungskräfte müssen die Ängste ihrer Angestellten ernst nehmen, Perspektiven aufzeigen und die Verantwortung für den Veränderungsprozess übernehmen. Wer künstliche Intelligenz nur als technisches Projekt betrachtet, verkennt den Wandel und das Potenzial.

Lesen Sie im aktuellen marmite professional, wie Gastronomiebetriebe ihre Bedenken beim Einsatz von KI pragmatisch überwinden können, warum schon kleine Projekte spürbare Entlastung bringen – und wie der Einstieg Schritt für Schritt gelingt.
Text: Patrick Zbinden
Bilder: ChatGPT
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